Wer hat nicht schon einmal von einer ausgedehnten Südamerika-Rundreise geträumt? Leider scheitert die Verwirklichung meist an mangelnder Zeit, Geld oder beidem. Dabei ist die Lösung denkbar einfach: Südamerika-Karte kaufen, Flug nach La Paz oder Cochabamba buchen, Hotel reservieren und nach Bolivien reisen! Kein anderes Land bietet ein derart breites Spektrum an spektakulären Landschaften, jahrtausendealter Geschichte und reichhaltiger Kultur. Das liegt daran, dass Bolivien inmitten des südamerikanischen Kontinents liegt und so von allem, was Lateinamerika zu bieten hat, das Beste in sich vereint.
Das sieht man schon an den vielfältigen Landschaftsformationen: Im Westen Boliviens erstreckt sich der Altiplano, eine Anden-Hochebene, in deren Norden der Titicacasee liegt. Er ist der größte See Südamerikas und mit 3.810 Metern über dem Meeresspiegel das höchstgelegene schifffahrttaugliche Gewässer der Erde. Ebenfalls im Altiplano liegt der berühmte Salar de Uyuni, der größte Salzsee der Welt. Er wird auch als Salzwüste bezeichnet, weil seine Kruste so dick ist, dass sogar Jeeps und Busse problemlos darauf fahren können. Außerdem ist der See weit über die Grenzen Bolviens hinweg für seinen Reichtum an Lithium bekannt.
Südwestlich des Titicacasees liegt auf bis zu 4.100 Metern Höhe La Paz, die Hauptstadt Boliviens. Auch sie hält einen Weltrekord - als höchstgelegener Regierungssitz der Erde. Weitere, äußerst sehenswerte Städte sind Sucre mit der zum UNESCO Weltkulturerbe erklärten Altstadt im Kolonialstil, und Potosí – die höchstgelegene Stadt der Welt - mit ihren zahlreichen Zinn- und Silberminen.
Altiplano-Touristen sollten sich aufgrund der extremen Höhenlage im Vorhinein auf alle Fälle gegen Höhenkrankheit absichern, indem sie für eine ausreichende Akklimatisation sorgen, viel trinken und Alkohol sowie fett- und eiweißreiches Essen meiden. Dies gilt umso mehr für alle, die vorhaben, einen der großen bolivianischen Berge zu besteigen. Für die Besteigung des erloschenen Vulkans Sajama, der gleichzeitig der höchste Berg Boliviens ist, sollten beispielsweise mindestens drei Tage eingeplant werden, ebenso für den Aufstieg zum zweitgrößten bolivianischen Berg Illimani.
Für diejenigen, die große Probleme mit Höhenluft haben, empfiehlt es sich vielleicht eher, den Norden und Nordosten Boliviens zu bereisen. Dort liegt das Amazonasbecken mit seinen ausgedehnten Regenwaldgebieten. Tausende Tier- und Pflanzenarten gibt es hier zu entdecken. In den Flüssen leben Piranhas; die Baumwipfel sind von Orang Utans und Faultieren bewohnt, und Jaguare schleichen durchs Gebüsch. Das Klima in dieser Region ist tropisch, d.h. dass es das ganze Jahr über mehr als 30 Grad warm und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist.
Ähnliches Wetter erwartet Reisende, die den Gran Chaco im Südosten Boliviens besuchen. Dessen Landschaftsbild ist von Trockenwäldern und Savannen bestimmt, die zu einem tropischen bis subtropischen Klima mit extrem hohen Temperaturen zwischen November und April beitragen. Die beste Reisezeit für eine Bolivien-Reise ist deshalb wohl von Mai bis Oktober. Dann ist es in weiten Teilen des Landes trocken und nicht allzu heiß.
Das angenehmste Klima herrscht vermutlich in den bolivianischen Yungas, der Region zwischen dem Altiplano der Anden und dem tropischen Amazonas-Tiefland. Diese Gebiete werden vor allem landwirtschaftlich genutzt – zum Anbau von Obstbäumen, Coca- und Kaffeepflanzen. Eine Ausnahme bilden die Bergnebelwälder ab etwa 3.000 Metern Höhe, die generell ein sehr feuchtes Klima aufweisen.
Daten
| Bevölkerung |
899.000 (2005 ca.) |
| Fläche |
1.098.580 km2 |
| Kontinent |
Süd Amerika |
| Hauptstadt |
La Paz |
| Währung |
Boliviano |
| Sprache |
Spanisch, Quechua, Aymara |
| Vorwahl |
+591 |
| Ländercode |
BO, BOL |
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